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Die '''Strumpfhose''' ist eine meist aus zwei gefertigte Unterleibsbekleidung, welche den Körper hauteng von der Taille abwärts komplett bedeckt.

Je nach Verarbeitung und persönlicher Vorliebe reicht ihre Verwendung von einer nahtlosen Verbindung aus .

Herstellung

Strumpfhosen werden heute in der Regel fabrikmäßig auf Strickmaschinen gewirkt. Deshalb sind sie anfällig für Laufmaschen.

Geschichte

Definiert man die Strumpfhose als ''ein Paar langer Strümpfe, die an einer kurzen Hose befestigt sind'' und beachtet, dass Strümpfe bis ins 16. Jahrhundert nicht gewirkt oder gestrickt, sondern aus gewebtem Stoff gefertigt wurden, dann reicht die Geschichte der Strumpfhose in der europäischen Kleidung bis ins 15. Jahrhundert zurück. Allerdings ist die Abgrenzung zu Hosen bzw. Unterhosen schwierig bis unmöglich.

15. bis 18. Jahrhundert

Frühe Vorläufer der Strumpfhose gehen auf die mittelalterlichen Beinlinge zurück, d. h. auf Männerstrümpfe, die am Gürtel befestigt wurden. Im 15. Jahrhundert wurden die Beinlinge durch einen dazwischengenähten Zwickel zu einem Kleidungsstück kombiniert. In Alpirsbach hat sich eine solche Hose erhalten, die auf um 1500 datiert wird.
Im 16. Jahrhundert wurden die Strümpfe wieder von der Hose ( Strümpfe auf.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

Die Pantalons des späten 18. Jahrhunderts wurden im 19. Jahrhundert zu fußlosen langen Unterhosen, so dass man sagen kann, dass im 19. Jahrhundert keine Strumpfhosen getragen wurden. In den 1920er bis 1940er Jahren nähten Tänzerinnen und Schauspielerinnen mitunter ihre Strümpfe an die Unterhose an, aber es gab keine industrielle Fertigung. Nach einer der größten Werbekampagnen der Konsumgeschichte brachte Du Pont am 15. Mai 1940, dem ?Nylon Day?, auf den Markt.

1960er Jahre

Nylonstrumpfhosen (Feinstrumpfhosen)

Die Feinstrumpfhose setzte sich in den folgenden Jahren schnell durch und wurde als ? (1971).

Neben Nylon war auch das chemisch verwandte Perlon in Gebrauch. Nylonstrumpfhosen wurden schnell zum Massenprodukt in den westlichen Staaten, im Ostblock waren sie dagegen noch lange ein knappes Gut, so auch in der DDR. Hier wurde ein zum Nylon ähnliches Material verwandt, das Dederon.

Strickstrumpfhosen

Etwa zur gleichen Zeit kamen verstärkt Strickstrumpfhosen auf den Markt. Sie wurden zum Schutz vor Kälte unter langen Hosen getragen, seltener zu Röcken und Kleidern, da hier die Nylonstrumpfhose als feiner galt.

Kinderstrumpfhosen

Außerdem wurde die Strickstrumpfhose ab den 1960ern ein sehr weit verbreitetes Kleidungsstück für Kinder. Mädchen tragen sie seitdem unter Röcken und Kleidern, Jungen in der kälteren Jahreszeit unter langen Hosen. Manche Jungen trugen in den 1960er Jahren Strickstrumpfhosen aber auch in Verbindung mit kurzen Hosen. Die Strumpfhose ersetzte hier lange Wollstrümpfe, besonders bei kühler Witterung. In der DDR war es üblich, dass Jungen, seltener Mädchen, innerhalb von Räumen die Strumpfhosen ohne ein weiteres, diese bedeckendes Kleidungsstück trugen, diese Mode verschwand Anfang der 1990er Jahre fast gänzlich. Im Handel sind im frühen 21. Jahrhundert nach wie vor Kinderstrumpfhosen für beide Geschlechter erhältlich, zumeist aus Baumwolle, Polyester und Elastan, und für viele Eltern gehören sie zur Grundausstattung der Kinderkleidung.

Herrenstrumpfhosen

In den 1960er und 1970er Jahren wurden zunehmend auch (Strick-)Strumpfhosen für Männer hergestellt. Um die Nachfrage zu erhöhen, kamen zu den von beiden Geschlechtern tragbaren eingrifflosen Strumpfhosen Modelle mit Eingriff speziell für den Mann auf den Markt. Diese fanden, verglichen mit den eingrifflosen Modellen, nur beschränktes Interesse.

1970er und 1980er Jahre

Mit Abflauen der Begeisterungswelle für ''Hot Pants'' zu Beginn der 1970er sowie Ablösung der Minimode zunächst durch Midi- und Maxi-Kleider und zunehmender Akzeptanz langer Hosen in der Frauenmode verloren Strumpfhosen weitgehend ihren ?modisch chic?-Status und wurden zum allgemeinen Gebrauchsgut. Unter langen Hosen wurden im Winter durchaus gern wärmende Strickstrumpfhosen getragen. Auch Strumpfhosen mit Frottéesohle bzw. Frottée-Einsätzen im Knie- und Gesäßbereich waren in den 1970er Jahren auf dem Markt, diese Jahre gelten als Hochzeit der Strickstrumpfhose.

In den 1970er Jahren kamen mit der zunehmenden Verbreitung des Körperbewusstseins Nylonstrumpfhosen mit höherer in Mode, die stützende oder figurformende Wirkung boten.

Ende der 80er Jahre wurde durch die Popkultur, mit Künstlern wie Madonna oder Prince, die blickdichte (und meist bunte) Strumpfhose ohne Fuß ? genannt Leggings ? populär.

1990er

Zu Beginn der 1990er wiederholte sich kurzzeitig der modische Trend der Kombination von Strumpfhosen mit kurzen bis halblangen Hosen bei Frauen.

Mitte der 1990er kamen für Frauen auch Strickstrumpfhosen mit (oft buntem) Ringelmuster auf. Die Strickstrumpfhose hat sich damit ein wenig von ihrem bisherigen Image als Kinderstrumpfhose oder wärmende Unterwäsche befreit und wird zunehmend auch als modisches Accessoire eingesetzt.

21. Jahrhundert

An Stelle von Strumpfhosen wird nun auch häufiger Thermounterwäsche (Funktionsunterwäsche) als wärmende Unterbekleidung angeboten und getragen. Frauen und Mädchen tragen Strumpfhosen weiterhin als modisches Accessoire zu Röcken, Kleidern und Hotpants, dabei erfreuen sich ? ermöglicht durch die technische Verbesserung der Wirkmaschinen ? eingewirkte Muster zunehmender Beliebtheit. Im Segment der Herren werden neben den seit längerem eingeführten Strickstrumpfhosen in den letzten Jahren vereinzelt auch Feinstrumpfhosen für den Mann mit und ohne Eingriff angeboten, die sich wachsender Verkaufszahlen erfreuen, sie sind vom Schnittmuster her der Anatomie des männlichen Körpers angepasster. Die Stärken variieren von 15 bis 100 den. Zum Ende des 1. Jahrzehnts kommen für Damen Longpullover, für Herbst und Winter in Mode, welche mit Feinstrumpfhosen etwa über 60 den oder frottierten Thermostrumpfhosen getragen werden. Beide Varianten werden auch mit ungeschlossen Fußspitzen als Leggings angeboten. Diese Abwandlung von Feinstrumpfhosen wird auch im Sommer leger zu Longshirts, Shorts und Miniröcken getragen.

2010er Jahre

Die fußlosen Varianten werden von dickeren Leggings, deren Beinteile weder rundgestrickt noch durchscheinend sind, verdrängt. 2017 kommen wieder Netzstrumpfhosen in Mode, die meist durch die Löcher von zerrissenen Jeans scheinen oder auch kokett den Bauch von dem auf Hüfte sitzendem Bund der Jeans bis zur Taille zieren.

Modevorbild für die früher in vielen Geschäftsbranchen für Frauen obligatorischen hautfarbenen Nylonstrumpfhosen wurde in diesem Jahrzehnt Kate Middleton. Insgesamt ging der Trend jedoch hin zum nackten Bein, während Strümpfe in Hauttönen als altmodisch galten.

Aufbau der Strumpfhose

Die einfachste und damit billigste Variante besteht darin zwei Strumpfschläuche oberhalb der Schenkel aufzutrennen und entlang der beiden Schnittkante zusammenzunähen. Darüber hinaus gibt es noch andere Einzelteile oder Schnittmuster zur Herstellung.

Einzelteile

<imagemap>
Datei:Tights not for resizing transparent.png|mini|Aufbau einer typischen Strumpfhose
poly 27 8 90 10 92 24 24 20 Bund
poly 25 23 61 25 58 67 46 84 13 83 20 34
poly 70 25 91 26 109 66 87 77 71 87 71 73 69 66
poly 62 23 69 24 67 62 61 62 Naht
poly 63 66 70 75 69 79 56 85 52 78 Zwickel
poly 62 214 62 223 53 223 56 217 Ferse
poly 31 327 56 327 57 336 36 335
poly 67 262 58 278 55 271
desc bottom-right
</imagemap>

Strumpf- und Höschenteil

In beiden Strumpfschläuche, welche Bein- und Höschenteil bilden, lassen sich eine Vielzahl an Materialien und Mustern einweben.

  • Markierung des Höschenteils durch optisches Absetzen mit haltbarerer Verstärkung des Höschenteil bei Feinstrumpfhosen oder glatt gestrickte Bereiche gemusterter Strickstrumpfhosen als Boxer, , Bikini- oder Tangaslip.
  • In der Optik von Strümpfen wie auch sämtliche Verzierungen wie sie bei echten Strümpfen auch zu finden sind.
  • Verstärkung der Zehenspitzen gegen Laufmaschen. Verstärkung der Mittelnaht und Griffkante als T-Band. Fußteile mit offenen Zehen oder ganz Fußlos, um Leggings oder gar Shorts zu bilden
  • Einweben von Baumwolle um Schweiß besser aufzunehmen oder auch um besser zu wärmen
  • Vermindern des Scheuerns zwischen Füßen und Schuhen oder auch der Oberschenkel.
  • Zusätzliche Wärme.
  • Nylonstrumpfhosen in Haut- oder Grautönen oder in Schwarz als Dresscode in konservativen Branchen und Behörden.

<gallery caption="Verschiedene Arten und Verwendungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute">

</gallery>

Komfort

Eine Minderung des Tragekomforts stellt, neben der Passform, auch die mangelnde Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsbindung von Nylon dar. Wie bei Bade- und Sportbekleidung, kann so der normale Gebrauch als Unterwäsche unangenehm bis unmöglich sein. So wird auch auf einzeln erhältliche , Unterhosen und Leggings ausgewichen oder mit der Strumpfhose kombiniert.

Intimbereich

Für beste Luftzirkulation und Kühlung wird empfohlen, Strumpfhosen mit Baumwollzwickel ohne weitere Unterwäsche zu tragen. Bei Fehlen dieses Zwickels, nur mit Baumwollunterwäsche darunter, um mehr Feuchtigkeit fernzuhalten. Jedoch bleibt die mangelnde Atmungsaktivität und die Wärme erhöht sich. So werden auch Schenkelstrümpfe als Alternative zu Strumpfhosen wahrgenommen.

Füße

Bei vorhandenem Fußteil sollten Strumpfhosen nicht mehrere Tage wie Oberbekleidungshosen getragen, sondern wie Socken täglich gewechselt werden. In seltenen Fällen sind Einsätze aus Baumwolle oder mit Silber versetzte Faser im Sohlenbereich zu finden. Ebenso gibt es, ursprünglich für Diabetiker oder Schiefzehen gedacht, Fußteile mit offenen Zehen.

Nutzen

  • Neben dem Warmhalten der Beine bei kaltem Wetter kann auch das Austrocknen der Haut bei niedriger Luftfeuchtigkeit vermindert werden.
  • Da das Material Poren hat und mit der Haut in direktem Kontakt steht, bringen manche Hersteller Hautpflegeprodukte ein. So werden mittels Mikroverkapselung Feuchtigkeits- und andere Hautcremes eingebracht, welche sich bei Körpertemperatur auflösen. Manche Hersteller gingen sogar so weit Coffein gegen Cellulite zu benutzen. Dessen Wirkung ist jedoch zweifelhaft. Hierzu zählen das persönliche Hygienebedürfnisse vor allem im Niedrigpreis-Sektor ungenügend erfüllt werden oder das Höschenteil als zu transparent und empfindlich erachtet wird. Aber auch kulturelle Vorbehalte die das Nichttragen von einfachen Unterhosen als ungehörig oder unhygienisch ansehen.
  • Slipeinlagen können zwar direkt in Strumpfhosen eingeklebt werden,<ref name="always"></ref> aber weil das Höschenteil weit gedehnt wird, muss hier auch die Slipeinlage mithalten können. Ansonsten löst sie sich ab oder wird zusammengestaucht. Dementsprechend müssen dickere Damenbinden ohne Kleber durch ihre eigene Größe, wie in Fixierhosen gleicher Machart, gehalten werden. Ansonsten sorgen auch Figurformende Strumpfhosen<ref name="yahoo">(Englisch) Yahoo Answers Can you wear a maxi pad with just pantyhose? auf Yahoo.com</ref> wie auch bereits vorhandene Bodysuits/Leotards oder Miederhosen darüber für straffen Sitz.

Abweichende Einsatzzwecke

In früheren Jahren konnte ein kaputter Keilriemen durch einen Damenstrumpf bzw. eine Feinstrumpfhose ersetzt werden, belegt ist dies beispielsweise für den VW Käfer oder den Trabant. Bei modernen Fahrzeugen ist dies aber nicht mehr möglich.

Literatur

  • Ingrid Loschek: ''Mode im 20. Jahrhundert, eine Kulturgeschichte unserer Zeit.'' Bruckmann, München 1988, ISBN 3-7654-2161-8.
  • Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): ''Künstliche Versuchung. Nylon ? Perlon ? Dederon. (Begleitbuch zur Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 23. April bis 22. August 1999.)'' Wienand, Köln 1999, ISBN 3-87909-640-6.
  • Susanne Buck: ''Gewirkte Wunder, hauchzarte Träume ? Von Frauenbeinen und Perlonstrümpfen.'' Jonas-Verlag, Marburg 1996, ISBN 3-89445-199-8.

Weblinks

  • Deutsches Strumpfmuseum
  • http://www.fsh-info.de/
  • Types of Long Stockings

Einzelnachweise